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Nachhaltige Bodenplatten: Das Fundament der Bauwende - Bodenplatte aus Schaumglas

Im vierten Beitrag möchte ich das Thema zementfrei Bauen etwas vertiefen und Möglichkeiten aufzeigen, wie Häuser ohne Betonfundamente erstellt werden können. Betonfundamente gelten seit Jahrzehnten als Standard im Bauwesen. Ihre Herstellung ist jedoch stark ressourcen- und energieintensiv, insbesondere durch den Einsatz von Zement, der für einen erheblichen Anteil der globalen CO₂-Emissionen verantwortlich ist. Angesichts steigender Anforderungen an Klimaschutz und Ressourcenschonung rücken daher alternative Gründungsmethoden in den Fokus. Sowohl moderne technische Lösungen als auch bewährte Bauweisen aus vergangenen Jahrhunderten zeigen, dass stabile und langlebige Gebäude auch ohne Betonfundamente realisierbar sind.


Foto: GLAPOR Werk Mitterteich GmbH
Foto: GLAPOR Werk Mitterteich GmbH

Wenn wir über zukunftsfähiges Bauen sprechen, denken viele zuerst an Hightech-Fassaden, Smart-Home-Systeme oder Solarpanels auf dem Dach. Doch eines der wichtigsten Elemente beim Bauen eines Hauses liegt unscheinbar darunter: die Bodenplatte. Sie trägt nicht nur das Gebäude, sondern beeinflusst entscheidend die Energieeffizienz, die Umweltbilanz und die Lebensdauer des Hauses.


Betonplatte
typisches Bild einer Baustelle. XPS oder EPS Dämmung mit Betonfundamentplatte Foto:Heemann Architektur


Zementfrei Bauen: Nachhaltige Bodenplatte aus Schaumglas für die Zukunft

Betonfundamente gelten seit Jahrzehnten als Standard im Bauwesen. Sie bilden die Grundlage für Häuser, Gewerbegebäude und Infrastrukturanlagen und sind aus unserer heutigen Baupraxis kaum wegzudenken. Doch ihre Herstellung ist ressourcen- und energieintensiv – insbesondere durch den Einsatz von Zement. Zement ist ein Hauptbestandteil von Beton und für einen erheblichen Anteil der globalen CO₂-Emissionen verantwortlich: Schätzungen zufolge entfällt weltweit rund 8 % der CO₂-Emissionen auf die Zementproduktion. Angesichts der dringenden Klimakrise und steigender Anforderungen an Ressourcenschonung rücken daher alternative Gründungsmethoden zunehmend in den Fokus.

Moderne technische Lösungen und bewährte Bauweisen aus der Vergangenheit zeigen: Stabile, langlebige und energieeffiziente Gebäude sind auch ohne Betonfundamente möglich.


Die Bodenplatte aus Schaumglas: Mehr als nur ein Fundament

Doch eines der entscheidenden Elemente beim Hausbau liegt oft unscheinbar darunter: die Bodenplatte. Sie trägt nicht nur das gesamte Gebäude, sondern beeinflusst auch maßgeblich die Energieeffizienz, die Umweltbilanz und die Lebensdauer des Hauses. Während viele Bauherren und Architekten zunächst an Hightech-Fassaden, Smart-Home-Systeme oder Solarpanels denken, entscheidet die Wahl des Fundaments oft über die nachhaltige Qualität des gesamten Projekts.

Konventionelle Bodenplatten bestehen meist aus Stahlbeton – ein Material, das zu den größten CO₂-Verursachern im Bauwesen zählt. Jeder Kubikmeter Beton verursacht mehrere Hundert Kilogramm CO₂. Wer klimafreundlich bauen möchte, sucht daher nach alternativen Bodenplatten, die leicht, druckfest, formstabil, wärmedämmend und vollständig rückbaubar sind.

Eine Abdichtung gegen Feuchtigkeit ist auch bei der Verwendung von Glasschaumplatten erforderlich, entsprechend den Vorgaben der DIN 18533 für erdberührte Fundamentplatten. Hierbei wird auf den Schaumglasplatten eine EPDM-Folie verlegt. Diese Folie wird maßgenau für das jeweilige Bauvorhaben vorgefertigt und zur Baustelle geliefert, um zeitaufwändige Verklebungen vor Ort zu vermeiden und mögliche Ausführungsfehler zu reduzieren.


Warum zementfreies Bauen so relevant ist

Die Bauwirtschaft steht heute vor zwei großen Herausforderungen:

  1. Klimaschutz: Der Bausektor ist einer der größten Energie- und CO₂-Verbraucher. Allein in Deutschland entfallen etwa 30 % des Endenergieverbrauchs auf Gebäude, und ein erheblicher Teil der Emissionen entsteht schon während der Herstellung von Baumaterialien wie Beton.

  2. Ressourcenschonung: Rohstoffe wie Sand, Kies und Zement werden weltweit knapp. Die Gewinnung führt häufig zu Umweltschäden, wie Flussauswaschungen, Verlust von Ökosystemen oder Bodensenkungen.

Zementfreie Bodenplatten bieten eine Lösung für beide Probleme. Sie reduzieren den CO₂-Ausstoß, verringern den Materialbedarf und eröffnen gleichzeitig neue Möglichkeiten für nachhaltiges, energieeffizientes Bauen.


Rechenbeispiel: CO₂-Einsparung durch Schaumglas

Betrachten wir ein Einfamilienhaus mit einer Grundfläche von rund 120 m²:

  • Eine klassische Stahlbeton-Bodenplatte verursacht etwa 15 Tonnen CO₂.

    • Beton: 11 t CO₂

    • Stahl: 4 t CO₂

Alternative: Bodenplatten aus Schaumglas reduzieren den CO₂-Ausstoß auf rund 4 t, inklusive der bereits für die Stahlproduktion anfallenden Emissionen. Das entspricht einer Einsparung von über 70 %.

Zusätzliche Vorteile von Schaumglasplatten:

  • Wiederverwendbar: Nach dem Bau können die Platten problemlos eingelagert oder auf anderen Baustellen erneut verwendet werden.

  • Kostenersparend: Durch integrierte Wärmedämmung sinken langfristig die Energie- und Entsorgungskosten.

Wer heute auf nachhaltige Bodenplatten setzt, profitiert gleich mehrfach – CO₂-Reduktion, geringere Folgekosten und maximale Wiederverwendbarkeit.


Effizienz trifft Umweltfreundlichkeit

Moderne Bodenplatten verbinden Tragfähigkeit und Wärmedämmung in einem Bauteil. Das bedeutet:

  • Keine extra Dämmplatten

  • Keine komplizierte Schichtarbeit

  • Weniger Transportaufwand

Auf der Baustelle spart das Zeit, Geld und Nerven. Wer schon einmal bei praller Sonne oder Regen gearbeitet hat, weiß: Jede eingesparte Stunde ist Gold wert.

Praxisbeispiel: Auf einer Baustelle in einer Kleinstadt konnten Handwerker dank eines Schaumglas-Systems zwei Arbeitstage einsparen, da nur zwei Lagen verlegt werden mussten, statt drei verschiedener Materialien. Diese Zeitersparnis wirkt sich direkt auf das Baubudget aus – und steigert die Motivation der Handwerker und Bauherren.

Darüber hinaus sind die Platten flexibel einsetzbar: Sie lassen sich leicht zuschneiden, passgenau verlegen und eignen sich sowohl für städtische Projekte als auch für abgelegene Baustellen, wo schweres Gerät und Materiallogistik oft eine Herausforderung darstellen.


Foto: GLAPOR Werk Mitterteich GmbH
Foto: GLAPOR Werk Mitterteich GmbH

Nachhaltigkeit von Anfang an

Moderne Schaumglasplatten sind nicht nur recycelbar, sie sind auch rückbaubar. Nach ihrem ersten Einsatz können die Materialien wieder in neuen Projekten genutzt werden. Das schont Ressourcen und passt perfekt zu Konzepten wie Cradle-to-Cradle oder Urban Mining, bei denen Materialien möglichst lange im Kreislauf gehalten werden.

Anschauliches Beispiel: Ein Mehrfamilienhaus wurde nach 50 Jahren rückgebaut. Dank der vollständig recycelbaren Bodenplatten konnten die Materialien nahezu vollständig wiederverwendet werden – ein beeindruckendes Ergebnis für nachhaltiges Bauen.

Wer auf solche Lösungen setzt, reduziert nicht nur den ökologischen Fußabdruck, sondern erfüllt auch Standards für wohngesundes, schadstofffreies Bauen – gut für die Umwelt und für die Menschen, die in den Gebäuden leben.


Praktische Vorteile moderner Bodenplatten

Neben der ökologischen Bilanz bieten Schaumglas- und andere nachhaltige Platten zahlreiche praktische Vorteile:

  • Leicht und transportfreundlich: Ideal für schwer zugängliche Baustellen oder Dächer.

  • Formstabil: Perfekt für Holzkonstruktionen oder Gebäudeteile, die keine Setzungen vertragen.

  • Wasserdicht: Schutz vor aufsteigender Feuchtigkeit ohne aufwändige Abdichtungen.

  • Integrierte Dämmung: Spart Energie und reduziert den Einsatz zusätzlicher Materialien.

  • Witterungsunabhängig: Kann auch bei Minusgraden verarbeitet werden, was besonders in den kalten Wintermonaten Zeit und Bauaufwand spart.

  • Keine Trockzeiten & kurze Bauzeiten: Im Gegensatz zu Betonplatten entfällt das Warten auf Aushärtung – das ermöglicht schnelles, effizientes Bauen.

  • Frostschirm statt tiefer Frostschürze: Moderne Bodenplatten benötigen keine aufwendige tiefe Fundamentgrube. Ein leichter Frostschirm mit Gefälle schützt das Gebäude vor Frostschäden und spart zusätzlich Material und Arbeitszeit.

Diese Eigenschaften machen nachhaltige Bodenplatten nicht nur ökologisch sinnvoll, sondern auch wirtschaftlich attraktiv. Bauherren sparen Material, Energie und Arbeitszeit – ohne Kompromisse bei Stabilität oder Sicherheit.


Praktische Tipps für Bauherren und Architekten

Damit nachhaltige Bodenplatten ihr volles Potenzial entfalten:

  1. Frühzeitig planen: Entscheidung für ein nachhaltiges Fundament bereits in der Entwurfsphase treffen.

  2. Bodenanalyse durchführen: Auch nachhaltige Platten benötigen einen stabilen Untergrund. Eine geotechnische Untersuchung hilft, Setzungen zu vermeiden.

  3. Statik prüfen: In manchen Fällen kann die Bodenplatte mit Schraubfundamenten oder anderen tragfähigen Elementen ergänzt werden.

  4. Modular denken: Wiederverwendbare oder nachträglich anpassbare Elemente sparen Material und Zeit.

  5. Integration der Haustechnik: Bodenplatten lassen sich gut mit Fußbodenheizung oder Dämmung kombinieren – dies bereits in der Planung berücksichtigen.

  6. Lieferkette prüfen: Hersteller bevorzugen, die Materialien aus Recyclingkreisläufen oder regionaler Produktion liefern.

  7. Dokumentation: Materialherkunft, Verlegeplan und Recyclingpotenzial schriftlich festhalten – nützlich für Rückbau oder Zertifizierung.

Foto: GLAPOR Werk Mitterteich GmbH
Foto: GLAPOR Werk Mitterteich GmbH

Ein Fundament für die Zukunft

Die Bodenplatte aus Schaumglas oder anderen zementfreien Materialien ist weit mehr als ein technisches Bauteil. Sie ist die Basis für:

  • nachhaltiges, effizientes und langlebiges Bauen

  • energieeinsparende Gebäude

  • Ressourcenschonung durch Recycling und Wiederverwendung

Wer hier clever wählt, legt den Grundstein für Gebäude, die Generationen überdauern, Energie sparen und die Umwelt schonen.


Fazit: 0 % Beton, 100 % Zukunft – das Fundament, in das man gerne investiert.



Du hast Fragen oder Ideen zum Thema zementfreies Bauen? Dann hinterlasse uns gern einen Kommentar oder schreib uns direkt – wir freuen uns auf deine Rückmeldung!




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